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Depression – Nein Danke!?

29. September 2019

Depression – Nein Danke!?

Wenn es doch so einfach wäre mit den Depressionen, denn klar, wer will sie schon? Vermutlich kein einziger Mensch, der unter ihnen leidet: Depression – Nein Danke!

Dazu kommt dann auch noch, dass sie häufig lange nicht ernstgenommen werden. Gegenteilig, Betroffene werden oft noch zusätzlich zu ihrem Leiden konfrontiert mit Unverständnis: „Du hast doch ein tolles Leben, eine Wohnung, einen Job, eine tolle Familie.“ „Reiß Dich mal zusammen, es wird auch wieder besser.“

Das ist wenig förderlich, oder mit anderen Worten genauso ungünstig, als wenn wir mit einem gebrochenen Bein weiter durch die Gegend laufen und so tun, als wäre nichts. Wer würde das schon tun und bei den Schmerzen dann die Zähne zusammenbeißen?

 

Depression Leere Psychotherapie

Leben mit Depression

Versuchen wir uns doch einmal wirklich vorzustellen und einzufühlen wie es sich mit einer Depression lebt:

Leere

Da ist z.B. Leere. Eine gähnende Leere. Ein Nichts. Keine Freude, keine Trauer, kein Sinn.

Wie ein grauer, schwerer Nebel, der um uns herum wabert, durch den wir nichts sinnstiftendes erkennen können. Weder vor, noch zurück kann uns aus diesem Zustand befreien.

Da helfen keine aufmunternden Worte, keine Ablenkungsversuche und schon gar nicht ein gutgemeintes und aus Hilflosigkeit gesprochenes „So schlimm ist es doch nicht.“

Antriebslosigkeit

Dann gibt es auch die Antriebslosigkeit.

Wie eine große, immerwährend über dem Kopf schwebende Wolke, die permanent klar macht „Du kannst nicht! Du schaffst das nicht!“. Egal, wohin Du Dich auch wendest, was Du auch tust, sie ist Dein ständiger Begleiter. Es kostet unglaublich viel Energie, dagegen anzukämpfen.

Wofür lohnt sich denn das tägliche Aufstehen, Duschen, Essen machen, zur Arbeit gehen usw., wenn alle Tätigkeiten unter diesem Stern stehen? Welchen Sinn macht das alles? Und wenn die täglichen Dinge dann irgendwie doch noch geschafft sind, woher die Kraft nehmen, um noch Freund*innen zu treffen, Freizeitaktivitäten nachzugehen, o.ä.?

unkontrolliertes Weinen

Wie unglaublich unangenehm, wenn unabhängig von Ort, Zeit und Personen plötzlich die Tränen in die Augen schießen.

Welche Anstrengung ständig Anspannung und Angst zu spüren, um irgendwie die Kontrolle zu behalten und dann trotzdem in verschiedensten Momenten einfach los zu weinen.

Depression_Mann_Weinen_Tränen

Scheinbar grundlos. Eben nur scheinbar.

Denn fühlen wir uns mal ein in diese andauernde Anspannung, dann sind die Tränen vielleicht einfach eine Abspannungsstrategie, die ein klitzekleines bisschen Erleichterung für den Moment verschafft – ist das nicht dann doch Grund genug, bzw. ein ganz wichtiger Grund?

Dies sind nur einige wenige Symptome, die mit einer depressiven Episode einhergehen können.

Da sind dann auch noch Zustände wie Morgentief, Interessenverlust, Freudlosigkeit, ausgeprägte Müdigkeit, Schlafstörungen, verminderter Appetit und Gewichtsverlust, beeinträchtigtes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.

Betroffene plagen sich mit Schuldgefühlen, Gedanken über die eigene Wertlosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten (siehe z.B. ICD-10 unter affektive Störungen F32 depressive Episode).

Depression Psychische Störung F32

Ganz schön viel, was da an einer Depression dranhängt, bzw. mit einer depressiven Episode einhergeht. Klar, dass Menschen das lieber nicht haben, bzw. wahrhaben möchten, die Augen davor verschließen und wenig bis kein Verständnis aufbringen.

Gleichzeitig ist es so dringend notwendig, dass wir in unserer Gesellschaft Depressionen einen Stellenwert einräumen, der dem eines gebrochenen Beines gleicht, denn:

Hier bei uns in Deutschland erkranken jährlich rund 5 Millionen der erwachsenen Deutschen zwischen 18-79 Jahren an einer depressiven Störung (Jacobi et al., 2016).

Mehr als die Hälfte der Betroffenen erleidet auch einen Rückfall, erkrankt also an mehr als einer depressiven Episode.

Leider erreicht nur eine geringe Anzahl betroffener Menschen eine ausreichende, bzw. optimale Behandlung. Was unter anderem auch damit zusammenhängen kann, dass Betroffene sich nicht in der Lage erleben, sich Hilfe zu suchen.

Ursache von Depression

Depression_Ursache

Weshalb ein Mensch an einer Depression erkrankt, ist meist vielfältigen Faktoren, bzw. einem Zusammenspiel dieser, verschuldet.

Da ist zum einen eine individuelle Vulnerabilität, eine besondere Art der Verletzlichkeit, die eine angeborene Disposition darstellt.

Zum anderen spielen auch traumatische Erlebnisse wie Verlust oder chronische Überlastung eine Rolle. Vermutlich ist es mitunter gerade diese Ungreifbarkeit einer konkreten Ursache, die Depression weniger allgemeine Anerkennung zukommen lässt, als eben einem gebrochenen Bein.

Die Behandlung und Würdigung ist allerdings genauso wichtig!

 

Behandlung von Depression

Die Grundsäulen der konservativen Behandlung depressiver Störungen sind Psychotherapie und Psychopharmakologische Behandlung, also die Gabe von Medikamenten.

Medikamente_Depression_Behandlung Psychotherapie_Depression_Behandlung

Meist empfiehlt sich eine Kombination dieser beiden Behandlungsgrundlagen. Darüber hinaus ist es förderlich, begleitende therapeutische Maßnahmen zu ergreifen wie z.B. körperbezogene Methoden (Lichttherapie, Bewegung/Rehabilitationssport).

Damit auch Angehörige sich sicher(er) im Umgang mit Betroffenen fühlen, können diese sich auch Unterstützung suchen, z.B. in Form von Angehörigengruppen.

Grundsätzlich ist es ratsam, Betroffene darin zu bestärken, oder sie zu unterstützen, Hilfe in Form von haus- und fachärztlicher sowie psychotherapeutischer Behandlung in Anspruch zu nehmen.

Des weiteren ist es seitens Angehöriger sinnvoll, so wenig Druck wie möglich auszuüben und zu vermitteln, dass es ok ist, wie es ist. Keine Ratschläge zu erteilen und dem Betroffenen zu zeigen, wie wichtig er*sie ist und nicht alleine da steht, sondern auf Unterstützung zählen kann.

 

Du glaubst, Du bist an einer Depression erkrankt? Oder ein*e Angehörige? Nimm gerne mit mir Kontakt auf, um herauszufinden, was für Dich und Euch jetzt die nächsten Schritte sein können.

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